Website of Markus Griesser


Diskussion

I will write here about topics I read in different newspapers or magazines that especially got my attention. Due to my bad english, I will write them in german language.
Index:
Künstliche Intelligenz
Wille und Wissen
Wir sind noch nicht am Ende


Diskussion über Künstliche Intelligenz

Ein Essay im Spektrum der Wissenschaft vom Jänner 2006 behandelt die Entwicklung der künstlichen Intelligenz in der nahen Zukunft. In dem Artikel von Ray Kurzweil wird im speziellen die mögliche Leistungsfähigkeit der starken KI in wenigen Jahrzehnten dargestellt. Teilweise erschreckende Szenarien erinnerten mich dabei eher an einen Hollywood Film der Teile von Terminator, Matrix und Star Trek vereint. Ich bin zwar generell jeder technologischen Entwicklung gegenüber positiv eingestellt, aber es gibt meiner Meinung nach Gebiete, deren Geheimnisse wir lieber unerforscht lassen sollten. Dazu gehören neben der Gentechnik auch die KI. In Wirklichkeit ist die schwache KI ja schon lange ein Teil unseres täglichen Lebens. Sie plant für uns Routen in einem Navigationsgerät, filtert unsere EMails, oder kämpft gegen uns in Computerspielen. Aber allen diesen Anwendungsbereich gemein ist die Tatsache, dass die KI in diesem Fall eine Anhäufung komplexer Algorithmen ist, die im Prinzip nicht wirklich Intelligenz beinhalten im Sinne der menschlichen. Sie ist nicht oder nur begrenzt im Stande auf unbekannte Probleme zu reagieren, Kreativität hervorzubringen oder selbstständig zu entscheiden. Das ist bislang eine Fähigkeit die nur dem Menschen zugesprochen werden konnte. Wenn es nach Herrn Kurzweil gehen soll, allerdings nicht mehr lange.

Er postuliert die Überlegenheit der Maschine in allen kognitiven Bereichen bereits in 14 Jahren. Das ist kein Datum weit in der Zukunft, sondern ein Jahr das wir vermutlich alle noch miterleben werden können/dürfen/ müssen. Ganz aus der Luft gegriffen ist seine Vermutung allerdings nicht. Er bezieht sich nämlich auf den ständig wachsenden Fortschritt vor allem im IT Bereich und den aus Hilfsmitteln wie Computern sinkenden Entwicklungszeitraum für neue Technologien. Wir bauen Computer, die uns helfen Dinge zu berechnen oder zu simulieren, die wir ohne Computer auch schaffen würden, aber langsamer. Der Zeitraum zwischen bedeutenden Entwicklungen sinkt immer mehr und seiner Meinung nach wird die Menschheit zwischen 2000 und 2014 so viel Fortschritt erleben wie innerhalb des gesamten 20. Jahrhunderts.

Endergebnis wird die Verschmelzung zwischen Maschine und Menschen sein, wobei er Nanobots in unseren Körpern die Verbesserung unserer körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit zuspricht. Nur frage ich mich wozu...
Wenn diese Maschinen so viel leistungsfähiger sein werden als wir selbst, warum sollten diese uns dann unterstützen. Unsere biologische Intelligenz wird nur noch ein Prozentsatz von unserer technisch unterstützen Intelligenz sein. Wir werden Borg...
In gewisser Weise bereiten mir diese Aussichten Sorgen, machen mich aber auch neugierig. Wenn man sich die Entwicklung des Menschen in den letzen tausenden von Jahren ansieht, hat sich scheinbar nichts getan. Wir sind ja immer noch Neanderthaler die sich zwar anders kleiden aber von wahrer Intelligenz keine Spur. Tagtäglich werden Menschen wegen Banalitäten wie Geld, Eifersucht oder Rache getötet. Hohe Politiker national wie international benehmen sich wie kleine Menschen im Kindergarten, gerade so als hätten sie sich über die Jahre nur in der Körpergröße entwickelt. Vielleicht wird es tatsächlich Zeit, dass wir mal etwas Konkurenz bekommen, schließlich belebt sie ja das Geschäft und erinnert einige unserer Entscheidungsträger auch mal daran, dass es nach Gewinnmaximierung und Wahlkampf ein richtiges Leben auch noch gibt, in der innhaltslose Floskeln keinen Wert haben.

Wir sind die Borg. Sie werden assimiliert. Widerstand ist zwecklos.


Wille und Wissen

Im neuen Spektrum der Wissenschaft schreibt Michael Springer über das oft diskutierte Problem des freien Willens. Gibt es ihn oder ist er nur eine Illusion, die wir mangels aller nötigen Informationen nur als "frei" empfinden. Ich hatte mich selbst schon oft damit auseinander gesetzt und bin persönlich der Meinung, dass es ihn nicht gibt. Die scheinbar freie Entscheidung diesen Artikel zu schreiben, hatte ich in Wirklichkeit nie. Es ist deterministisch schon seit meiner Geburt festgelegt gewesen, dass ich ihn heute schreibe. Zu Grunde liegen hier verschiedene Einflüsse, die ich alle nicht zu verstehen vermag, aber mir teilweise bewusst sind. Zunächst bin ich an diesen Themen (Geist und Gehirn) interessiert - warum weiß ich nicht, dann habe ich ein Bedürfnis diese Themen zu diskutieren - warum weiß ich nicht und zu guter Letzt erscheint ein solcher Artikel im Spektrum - warum, weiß ich erst recht nicht. Diese Dinge zusammen haben mich dazu bewogen, diese Zeilen hier niederzuschreiben.
Nun mögen Kritiker einwerfen, dass ich mich auch weigern hätte können. Aber wäre das dann ein Beweis meiner Freiheit? Nicht wirklich. Hätte ich mich geweigert um zu beweisen das ich frei bin, wäre zu den oben genannten Punkten lediglich noch ein weiterer hinzugekommen: meine Abneigung eine fehlende Freiheit zu akzeptieren. Alles zusammen wiederrum deterministisch...
Ein Teufelskreis? Für mich nicht. Möglicherweise für gläubige Menschen die an den von Gott gegebenen freien Willen festhalten wie an den Eindruck bei einer demokratischen Wahl in Amerika den Präsidenten bestimmen zu können. Beides nicht wahr.
Nun stellt sich die Frage, ob die aktuelle Rechtssprechung dann noch gehalten werden kann. Schließlich ist niemand mehr für irgendwas verantwortlich, bzw. kann für seine Taten verantwortlich gemacht werden. In weiterer Folge kann auch niemand mehr eingesperrt werden um die Gesellschaft vor seinen Taten zu schützen. Nichts wäre schlimmer als einen Mörder frei herumlaufen zu lassen, nur weil er nichts dafür kann. Aus diesem Grund kann und darf man hier auch nichts ändern. Jemand der zum Mörder wird hatte halt "Pech", muss aber trotzdem eingesperrt werden. Auch wenn er meiner Meinung nach nicht dafür verantwortlich sein kann.

Michael Springers abschließende Aussage enthält zwischen den Zeilen sowohl Befürwortung als auch Ablehnung. Er definiert die freie Entscheidung als einen Entscheidungszwang, der auf unvollständigem Wissen der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft beruht. Quasi ein bischen was von beidem. Für einen Beobachter erscheint es vorhersehbar, für einen selbst scheint die Entscheidung frei.

Die Willensfreiheit besteht darin, dass wir hier und jetzt nicht 
wissen, dass wir die Dinge die wir tun, gar nicht anders tun können.


Wir sind noch nicht am Ende

Der Mensch ist zweifelsohne das intelligenteste Wesen auf diesem Planeten. Auch wenn es manchmal nicht wirklich den Anschein macht. Unser großes Gehirn erlaubt uns abstraktes und kreatives Denken, Probleme zu lösen und aus Erfahrungen zu lernen. In vielen Belangen sind wir auch Computern noch überlegen, obwohl diese schnell und beständig zu uns aufschließen.
Computer entwickeln sich oder besser gesagt wir entwickeln sie. Aber entwickeln wir uns auch? Und was könnten wir noch erreichen? In der Oktober Ausgabe des Spektrums (wer hätte das gedacht) wird über einen Mann aus den USA berichtet, dessen kognitive Fäigkeiten wohl eher an einen Computer erinnern. Er liest zig-tausend Seiten starke Bücher in wenigen Stunden und braucht zwischen 10 und 20 Sekunden pro Seite. Einmal gelesen vergisst er nie mehr was in diesem Buch stand. Aber nicht nur den Inhalt sondern auch beliebige Querverweise wie Seitenzahlen auf denen zitierte Texte stehen. Er kann das Buch frei wiedergeben ohne einen Fehler zu machen. Bislang hat er in etwa 9000 Bücher gelesen.
Auch ist es für ihn kein Problem den Wochentag zu einem beliebigen Datum zu nennen. All diese Fähigkeiten verdankt er seinem, im Vergleich zu anderen Menschen, recht ungewöhlichem Gehirn. Trotz allem ist er nicht in der Lage sein Leben alleine zu meistern, weil alltägliche Aufgaben die das Leben in einer Gemeinschaft mitsich bringen für ihn unerfüllbar sind. Medizinisch gesehen ist er ein Savant - ein Mensch mit Inselbegabungen die sich meistens bei autistischen Patienten zeigt. Kim Peek ist aber kein Autist.
Schon bei seiner Geburt war sein überdurchschnittlich großer Kopf aufgefallen. Im fehlt der Balken zwischen den Hemisphären der bei einem normalen Menschen die Koordination der beiden Gehirnhälften übernimmt (so wird es zumindest vermutet). Die Funktion des Balkens ist noch nicht ganz geklärt, da es durchaus Menschen gibt, die ohne ihn zur Welt kommen und keinerlei ersichtliche Beeinträchtigung besitzen. Wird er bei einem Erwachsenen jedoch durchtrennt, hat dieser mitunter mit erheblichen Beeinträchtigungen zu rechnen. Es wird vermutet, dass der Balken durch andere Verbindungen im Gehirn ersetzt wird, sollte er schon während der Entwicklung fehlen. Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass die meist dominante linke Gehirnhälfte durch das Fehlen des Balkens an Wichtigkeit verliert und so auch die unterdrückten Fähigkeiten der rechten Hälfte stärker zum Vorschein kommen.
Kim Peek ist ansonsten ein normaler Mensch mit Bewegungs- und Koordinationsschwierigkeiten, die vermutlich durch sein zu kleines Kleinhirn verursacht werden. Dieser Teil des Gehirn ist für unsere -Algorithmen- zuständig. All diese Tatsachen und die Fähigkeiten die Kim Peek besitzt lassen mich stark hoffen, dass unsere Entwicklung in geistiger Hinsicht noch nicht abgeschlossen ist. Für ihn sind all die Dinge die er kann selbstverständlich und bereiten ihm keine Mühen. Für einen normalen Menschen sind sie nicht zu schaffen.
Durch seine Person wurde der Film RainMan mit Dustin Hoffmann inspiriert, auch wenn dieser Film in keiner Weise sein Leben erzählt, werden dennoch die Begabungen von Savants gut übermittelt. Vielleicht spricht man in ein paar hundert Generationen nicht mehr von Inselbegabung bei einen Menschen wie Peek, sondern über Dummheit bei heute intelligenten Menschen. Vorausgesetzt die heutigen Entscheidungsträger (deren extrem unterdurchschnittliche Intelligenz ich hier nicht näher erläutern will) bomben uns nicht in die Steinzeit zurück. Schönen Gruß an Kim Jong-il (Nordkorea).